Kurz zusammengefasst
Wer mehrere Stopps pro Tag anfährt, sollte bei Tourenplanern nicht nur auf den Einstiegspreis schauen, sondern auf das Abrechnungsmodell:
- RouteXL dauerhaft kostenlos bis 20 Stopps pro Route, danach 35–70 € pro Monat. Keine Fahrer-App und kein Live-Tracking. Ideal für Einzelfahrer und Gelegenheitsnutzer.
- xRouten feste Flatrate ab 25 € pro Monat (zzgl. MwSt.), unbegrenzte Routen und Adressen, mobile App optional für 10 € pro Nutzer. Gut für Betriebe mit vielen Routen und planbaren Kosten.
- OptimoRoute rechnet pro Fahrer ab (ca. 40 € pro Fahrer und Monat), technisch ausgereift und mit vielen Funktionen. Sinnvoll bei einer überschaubaren, aber aktiven Fahrerzahl.
- MyRouteOnline Abrechnung über Adress-Credits (19–799 € pro Monat je nach Paket). Günstig bei wiederkehrenden Routen, kann bei vielen wechselnden Adressen jedoch teuer werden.
Kurz gesagt: Flatrate- und Pro-Fahrer-Modelle (xRouten, OptimoRoute) bleiben bei wachsendem Stopp-Volumen kalkulierbar, während stopp- bzw. adressbasierte Modelle (RouteXL, MyRouteOnline) bei viel Volumen schnell teurer werden. Welcher Anbieter passt, hängt von Flottengröße, Stopps pro Tag und Nutzungsmuster ab. Erfahren Sie mehr dazu in diesem Artikel.
Routenoptimierung im Preisvergleich: Pro Fahrer, pro Adresse oder Flatrate?
Wer täglich mehrere Stopps anfährt, etwa im Lieferdienst, Außendienst oder Handwerk, kennt das Problem. Eine manuelle Planung kostet schnell Zeit, zusätzliche Kilometer und damit auch Geld. Ein guter Tourenplaner nimmt einem diese Arbeit ab und berechnet automatisch die effizienteste Reihenfolge für alle Stopps. Das Problem ist eher, dass sich die Preismodelle der Anbieter kaum vergleichen lassen. Der eine rechnet pro Fahrer ab, der andere pro Adresse, wieder ein anderer verlangt einfach eine feste Flatrate. Schaut man nur auf den Einstiegspreis, kann man bei fünf oder zehn Fahrzeugen schnell eine böse Überraschung erleben. Deshalb vergleichen wir vier Tourenplaner mit Optimierungsfunktion, vom kostenlosen Einstieg bis zur planbaren Flatrate und zeigen, welches Modell sich für welche Betriebsgröße am besten eignet.
Was ist ein Routenplaner mit Optimierung und wofür braucht man ihn überhaupt?
Kern jedes echten Tourenplaners ist die Multi-Stopp-Optimierung: die Software berechnet automatisch die schnellste oder kürzeste Reihenfolge für mehrere Zieladressen, statt dass man sie mühsam von Hand durchprobiert. Mathematisch steckt dahinter übrigens eine Variante des sogenannten Vehicle Routing Problem, im Grunde das klassische Problem des Handlungsreisenden, nur eben auf mehrere Fahrzeuge und Zwischenziele ausgeweitet. Sind mehrere Fahrzeuge im Einsatz, verteilt die Software die Stopps sinnvoll auf die verfügbaren Fahrer. Für viele Betriebe sind außerdem feste Zeitfenster wichtig, etwa wenn Kunden nur zwischen 9 und 12 Uhr beliefert werden können. Auch Kapazitätsgrenzen lassen sich berücksichtigen, wenn ein Fahrzeug keine weiteren Waren mehr aufnehmen kann. Im Alltag zeigt sich der Nutzen vor allem beim Adressimport: Statt Adressen einzeln einzutippen, lädt man einfach eine Excel- oder CSV-Liste hoch. Dazu kommen je nach Anbieter Extras wie Live-Tracking, eine mobile App für Fahrer, digitaler Zustellnachweis, eine Anbindung ans CRM über die Kundennummer oder API-Zugriff für die eigene Systemlandschaft.
Multiroute-Planung vs. einzelne Route: Wo liegt der Unterschied?

Bei einer einzelnen Route fährt ein Fahrzeug mehrere Stopps an. Die Reihenfolge wird einmal optimiert und anschließend abgearbeitet. Sind mehrere Fahrzeuge gleichzeitig unterwegs, übernimmt die Multiroute Planung die automatische Verteilung aller Stopps auf die Flotte. Ziel ist es, die Gesamtfahrzeit möglichst gering zu halten, ohne jede Tour einzeln von Hand zusammenstellen zu müssen. Mit nur einem Fahrzeug reicht meist eine einfache Routenoptimierung. Sobald zwei oder mehr Fahrzeuge im Spiel sind, lohnt sich dagegen ein Tourenplaner mit echter Multiroute-Funktion.
Warum Google Maps für professionelle Tourenplanung nicht reicht
Google Maps und ähnliche Kartendienste ermöglichen zwar die Planung mehrerer Ziele, stoßen jedoch bei einer größeren Anzahl an Stopps, mehreren Fahrzeugen oder festen Zeitfenstern schnell an ihre Grenzen. Wer zuverlässig planen muss, wann ein Fahrer bei welchem Kunden eintrifft, findet in klassischen Karten Apps kaum geeignete Funktionen. Auch Lösungen auf Basis von OpenStreetMap bieten häufig nur eingeschränkte Optimierungsmöglichkeiten. Spezialisierte Tourenplaner schließen diese Lücke und sind als SaaS Lösung in der Regel sofort einsatzbereit, ohne dass eine lokale Installation erforderlich ist.
Wie erkennt man ein wirklich günstiges Preismodell?
Bei der Frage, was „günstig" eigentlich bedeutet, lohnt sich ein Blick über den reinen Startpreis hinaus. Zunächst das Abrechnungsmodell selbst: Manche Anbieter berechnen pro Fahrer oder Fahrzeug, andere pro Route oder Adresse über ein Credit-System, wieder andere setzen auf eine feste Flatrate. Ebenso wichtig ist die Frage, ob ein dauerhaft kostenloser Tarif verfügbar ist oder lediglich eine befristete Testphase angeboten wird. Wer langfristig plant, sollte außerdem das Skalierungsverhalten berücksichtigen. Ein Preis, der bei einem einzelnen Fahrzeug attraktiv wirkt, kann bei fünf oder zehn Fahrzeugen deutlich höher ausfallen, je nachdem, ob pro Fahrer oder pauschal abgerechnet wird. Zusätzlich sollten mögliche Zusatzkosten geprüft werden. Viele Anbieter berechnen SMS Pakete, API Zugriff, Liefernachweise oder eine Mindestanzahl an Lizenzen separat. Dadurch kann ein zunächst günstiger Einstiegspreis am Ende höher ausfallen als die Kosten einer transparenten Flatrate.
Die 4 Anbieter im direkten Vergleich
RouteXL: Kostenlose Routenoptimierung bis 20 Stopps

Das Tool richtet sich an alle, die keine umfangreiche Dispositionslösung benötigen, sondern lediglich eine sinnvolle Reihenfolge für ihre Stopps berechnen möchten. Eine Teamanmeldung oder monatliche Fixkosten sind dafür nicht erforderlich.
RouteXL bietet ein flexibles Preismodell. Der kostenlose Tarif RouteXL 20 umfasst bis zu 20 Stopps pro Route und im Rahmen der Fair Use Regelung unbegrenzt viele Routen pro Tag. Auch einfaches Geocoding ist enthalten, sodass Adressen automatisch erkannt und auf der Karte platziert werden.
Für größere Routen kostet RouteXL 100 entweder 5 Euro pro Tag oder 35 Euro pro Monat und ermöglicht bis zu 100 Stopps pro Route. RouteXL 200 ist für 10 Euro täglich oder 70 Euro monatlich erhältlich und unterstützt bis zu 200 Stopps. Beide kostenpflichtigen Tarife enthalten Premium Geocoding.
Was man wissen sollte: Egal welcher Tarif, Fahrer-Tracking, Live-Tracking oder eine mobile App gibt es bei RouteXL nirgends, das Tool konzentriert sich ganz bewusst auf die reine Optimierung. Fertige Touren lassen sich dafür in vielen Formaten exportieren, etwa für gängige Navigationsgeräte oder als Kalenderdatei.
Ideal für: Einzelfahrer, kleine Betriebe oder alle, die nur gelegentlich eine überschaubare Tour optimieren wollen.
Google-Bewertung: ★★★★☆ (3,8/5).
xRouten: Flatrate ab 25 €/Monat

xRouten verfolgt ein anderes Preismodell und verzichtet auf eine Staffelung nach Stopps oder Fahrzeugen. Statt jeden Fahrer einzeln abzurechnen, zahlt der Betrieb eine feste monatliche Gebühr für die gesamte Tourenplanung und Optimierung. Dabei spielt es keine Rolle, ob täglich fünf oder fünfzig Routen erstellt werden.
Der Routenplaner kostet bei jährlicher Abrechnung 25 Euro pro Monat zuzüglich Mehrwertsteuer. Im Preis enthalten sind unbegrenzt viele Routen und Adressen, Zeitfenster und Mengenangaben, Bilder, PDFs und Zeichnungen direkt auf der Karte, unbegrenzte Exporte sowie Integrationen und API Zugriff.
Die mobile App für Fahrer kostet zusätzlich 10 Euro pro Nutzer und Monat. Sie umfasst Nachweise mit Fotos und Unterschriften, Aufgaben und Checklisten, Live Tracking sowie Standortinformationen und Zeitstempel. Zusätzlich steht eine 14-tägige kostenlose Testphase zur Verfügung, die ohne Kündigung automatisch endet.
Der entscheidende Vorteil: Die Flatrate für die Planung bleibt gleich, egal wie viele Routen oder Adressen darüber laufen. Nur die mobile App wird pro Nutzer berechnet und auch nur für die Fahrer, die sie wirklich brauchen. Damit eignet sich xRouten besonders für Betriebe, die viele Zwischenziele effizient in eine Tour bringen wollen, ohne bei wachsender Routenzahl gleich höhere Kosten fürchten zu müssen.
Ideal für: Betriebe mit vielen Routen und hunderten Adressen, die lieber eine planbare Flatrate zahlen als sich nach Fahreranzahl staffeln zu lassen.
Google-Bewertung: ★★★★★ (4,9/5).
OptimoRoute: Pro Fahrer ab 40 €/Monat

OptimoRoute zählt international zu den bekanntesten Anbietern in diesem Bereich und rechnet pro Fahrer ab. Dieses Modell eignet sich für Betriebe, die für jeden Fahrer einen eigenen Account benötigen. Mit jedem zusätzlichen Fahrzeug steigen jedoch auch die monatlichen Kosten, da sich der Gesamtpreis entsprechend der Fahreranzahl erhöht.
Die Pro-Version kostet ca. 40 €/Fahrer/Monat (jährlich abgerechnet): mobile App für Fahrer, Routenverlauf, Export in zahlreichen Formaten (Excel-Format, Garmin etc.), unbegrenzt planen, bis zu 1.000 Aufträge gleichzeitig, Live-Tracking, Web Service API, Live-ETA & Breadcrumbs, Analysen, wöchentliche Zeitplanung, Echtzeit-Auftragsverfolgung, Zustellnachweis, Kundenfeedback. Zusätzlich gibt es eine 30-tägige kostenlose Testversion, ohne Vertragsbindung.
Wichtig beim Preismodell ist, dass für jede parallel geplante Route ein eigener Fahrerzugang erforderlich ist, unabhängig davon, ob der Fahrer die App tatsächlich nutzt. Ein Betrieb mit fünf Fahrzeugen zahlt im Pro-Plan daher rund 202 €/Monat, abhängig vom Wechselkurs und dem Stand der aktuellen Umrechnung.
Ideal für: Betriebe, die eine technisch ausgereifte, international etablierte Lösung suchen und deren Preismodell (pro Fahrer) zur Betriebsgröße passt, etwa für Kuriere und Kurierdienste mit festen Fahrerteams.
Capterra-Bewertung: ★★★★★ (4,6 / 5)
MyRouteOnline: Abrechnung pro Adresse

Ein ungewöhnliches Preismodell: Abgerechnet wird nicht pro Nutzer oder Fahrzeug, sondern pro eindeutiger Adresse (Credits). Die Kosten richten sich nicht nach der Anzahl der Fahrer oder Nutzer, entscheidend ist vielmehr, wie viele unterschiedliche Adressen tatsächlich geplant werden. Dadurch können Betriebe beliebig viele Fahrer und Nutzer anlegen, ohne dass die monatlichen Kosten automatisch steigen. Es gibt zwei Preismodi: Recurring Billing (günstigeres Abo) und Pay As You Go (flexibler, aber teurer).
- Basic: 19 € monatlich im Abo oder 24 € Pay as you go, 50 Adress-Credits, Einzelnutzer sowie Import, Export und Routenspeicherung.
- Classic: 49 € monatlich im Abo oder 69 € Pay as you go, 500 Credits, bis zu 350 Adressen pro Durchlauf, Fahrer-App, Live-Tracking und mehrere Nutzer.
- Premium: 99 € monatlich im Abo oder 119 € Pay as you go, 1.200 Credits, zusätzlich Lkw-Routen, API-Zugriff und unbegrenzte Nutzer.
- Professional: 399 € Pay as you go, 6.000 Credits und bis zu 500 Adressen pro Durchlauf.
- Business: 799 € Pay as you go, 15.000 Credits, bis zu 1.000 Adressen pro Durchlauf sowie individuelle Integrationen und Reports auf Anfrage.
Adressen, die innerhalb von 30 Tagen erneut genutzt werden, verbrauchen keine zusätzlichen Credits, quasi ein Zeitguthaben auf bereits geokodierte Adressen. Dadurch eignet sich das Modell besonders für wiederkehrende Touren. Bei häufig wechselnden Adressen oder einem hohen Auftragsvolumen, etwa bei Prospektverteilern oder Kurierdiensten mit ständig neuen Zieladressen, kann es jedoch schnell teurer werden als eine Flatrate. Eine Fahrer-App und Live-Tracking sind erst ab dem Classic-Tarif enthalten.
Ideal für: Betriebe mit wiederkehrenden, ähnlichen Routen und einem Team, das ohne Zusatzkosten pro Nutzer auf den Planer zugreifen soll, etwa Wartungskräfte oder Servicemitarbeiter mit festen Kundenadressen.
Google-Bewertung: ★★★★★ (4,8 / 5)
Alle Tourenplaner im direkten Vergleich
| RouteXL | xRouten | OptimoRoute | MyRouteOnline | |
|---|---|---|---|---|
| Bewertung | ★★★★☆ 3,8 | ★★★★★ 4,9 | ★★★★★ 4,6 | ★★★★★ 4,8 |
| Preisstruktur | 35–70 €/Monat | 25 €/Monat (exkl. MwSt.), Flatrate + optional 10 €/Monat | 30–40 € pro Fahrer/Monat | 19–99 €/Monat |
| Kostenlos-Tarif | ✓ dauerhaft (bis 20 Stopps) | 14 Tage Test | 30 Tage Test | kein dauerhafter Gratis-Tarif |
| Abrechnungsmodell | pro Stopp-Limit | Flatrate, unbegrenzt | pro Fahrer | pro Adresse (Credits) |
| 200 Stopps Route Preis | 70 €/Monat (RouteXL 200) | 25 €/Monat (bereits enthalten) | 40 €/Monat (1 Fahrer reicht, da bis zu 700–1.000 Aufträge/Fahrer möglich) | 49 €/Monat (Classic, 500 Adress-Credits nötig) |
| Sprache | Englisch | Deutsch | Deutsch | Englisch |
| Unternehmenssitz | Niederlande | Deutschland | USA (Kalifornien) | Israel/USA |
| Am besten geeignet für | Einzelfahrer, kleine Betriebe, Gelegenheitsnutzer | Viele Routen/Adressen, planbare Flatrate statt Fahrer-Staffelung | Etablierte Lösung, Abrechnung pro Fahrer passt zur Betriebsgröße | Wiederkehrende, ähnliche Routen mit vielen Nutzern |
Der direkte Vergleich zeigt: Es gibt nicht die eine beste Routenoptimierungssoftware, sondern das Preismodell, das am besten zur eigenen Betriebsgröße und Branche passt. RouteXL punktet mit einem dauerhaft kostenlosen Einstieg für kleinere Touren, verlangt aber ab 100 oder 200 Stopps pro Route zusätzliche Tages- oder Monatsgebühren, ohne dass Funktionen wie Fahrer-Tracking oder eine mobile App hinzukommen. xRouten setzt dagegen auf eine feste Flatrate. Egal wie viele Routen oder Adressen geplant werden, der Preis bleibt bei 25 €/Monat gleich, nur die optionale mobile App wird pro Nutzer abgerechnet. OptimoRoute wählt einen anderen Ansatz und berechnet pro Fahrer, was bei kleinen Teams mit wenigen Fahrzeugen gut kalkulierbar bleibt, sich bei wachsendem Fuhrpark aber schnell summiert. MyRouteOnline schließlich rechnet über Adress-Credits ab, wovon Betriebe mit wiederkehrenden, ähnlichen Routen profitieren, während stark wechselnde Adressen das Modell teurer machen können.
Wer viele Stopps plant, aber die Fahreranzahl überschaubar hält, fährt mit OptimoRoute oft günstig. Wer dagegen viele Routen und Adressen bei mehreren Nutzern gleichzeitig verwalten will, ist mit der Flatrate von xRouten meist besser beraten, da hier keine versteckten Zusatzkosten durch mehr Stopps oder Adressen entstehen. Einzelfahrer oder Gelegenheitsnutzer, die nur ab und zu eine überschaubare Rundstrecke optimieren möchten, kommen dagegen oft schon mit der kostenlosen Version von RouteXL aus.
Kostenlos vs. kostenpflichtig: Wann reicht was?
Ein typischer kleiner Lieferdienst bewegt sich häufig im Bereich von 20 bis 50 Stopps pro Fahrzeug und Tag, während selbstständige Fahrer mit dem Pkw meist zwischen 40 und 60 Paketen ausliefern. Handwerksbetriebe wie Elektriker oder Sanitärfirmen kommen dagegen oft mit deutlich weniger Haltepunkten aus, meist zwischen 3 und 10 pro Tag, dafür mit längeren Aufenthaltszeiten pro Einsatzort.
Für sehr kleine Touren mit wenigen Stopps ist das kostenlose Angebot von RouteXL (RouteXL 20, bis 20 Stopps) ein guter Startpunkt, um Routenoptimierung kostenlos auszuprobieren. Sobald jedoch regelmäßig mehr Stopps, mehrere Fahrzeuge oder Zusatzfunktionen wie Zeitfenster, Live-Tracking oder Zustellnachweise gebraucht werden, lohnt sich ein kostenpflichtiger Tarif.
Die Frage ist dann eher, welches Abrechnungsmodell zur eigenen Betriebsgröße passt. Wer viele Routen fährt, aber nur wenige Fahrer eine mobile App brauchen, kommt mit einem Flatrate-Modell wie xRouten meist günstiger weg als mit einer Abrechnung pro Fahrer. Umgekehrt kann sich ein Modell pro Fahrer wie bei OptimoRoute durchaus lohnen, wenn es nur wenige, dafür aber sehr aktive Fahrer mit hohem Funktionsbedarf gibt. Und wer überwiegend wiederkehrende, ähnliche Routen fährt, profitiert vom Credit-Modell bei MyRouteOnline, das genau diese Wiederverwendung von Adressen belohnt.
Was kostet ein Tourenplaner bei 30, 100 und 200 Stopps pro Tag und einem Fahrzeug?
| Anbieter | 30 Stopps/Tag | 100 Stopps/Tag | 200 Stopps/Tag |
|---|---|---|---|
| xRouten | 25 € | 25 € | 25 € |
| OptimoRoute (Pro-Plan) | 40 € | 40 € | 40 € |
| RouteXL | 35 € (RouteXL 100) | 35 € (RouteXL 100) | 70 € (RouteXL 200) |
| MyRouteOnline | 49–99 € (Classic bis Premium) | 99–399 € (Premium bis Professional) | 399–799 € (Professional bis Business) |
Das Rechenbeispiel mit steigender Stoppzahl zeigt deutlich, wie unterschiedlich sich die vier Preismodelle entwickeln. Bei 30 Stopps pro Tag liegen xRouten, OptimoRoute und RouteXL mit 25 bis 40 € pro Monat noch eng beieinander, während MyRouteOnline mit 49 bis 99 € bereits am oberen Ende beginnt. Steigt die Stoppzahl auf 100 pro Tag, bleiben xRouten und OptimoRoute unverändert bei ihren 24 bzw. 40 €, da sie nicht nach Stopps abrechnen. RouteXL bleibt hier ebenfalls noch bei 35 €, solange die einzelne Route unter dem 100er-Limit bleibt. MyRouteOnline dagegen springt bereits auf 99 bis 399 €, da die wachsende Zahl an Adress-Credits direkt in den Preis einfließt.
Bei 200 Stopps pro Tag werden die Unterschiede zwischen den Preismodellen besonders deutlich. xRouten und OptimoRoute bleiben in diesem Szenario bei monatlich 25 beziehungsweise 40 Euro. Bei RouteXL ist dagegen der Tarif RouteXL 200 erforderlich, der 70 Euro pro Monat kostet. Deutlich höher fallen die Kosten bei MyRouteOnline aus. Je nach gewähltem Paket liegen sie hier schnell zwischen 399 und 799 Euro pro Monat, womit der Anbieter in diesem Vergleich die teuerste Option darstellt.
Flatrate-Modelle wie xRouten und die Pro-Fahrer-Abrechnung bei OptimoRoute bleiben auch bei wachsendem Stoppvolumen gut kalkulierbar. Stopp- oder adressbasierte Modelle wie bei RouteXL und vor allem bei MyRouteOnline können dagegen überproportional teurer werden, je mehr Volumen dazukommt.
Und was wenn 1, 5 oder 10 Touren gebraucht werden?
Neben der Anzahl der Stopps pro Tag spielt auch die Zahl der gleichzeitig zu planenden Touren eine entscheidende Rolle. Hier zeigen sich teils noch größere Preisunterschiede als bei den reinen Stopp-Tarifen, denn nicht jeder Anbieter rechnet nach demselben Prinzip ab.
| Anbieter | 1 Tour | 5 Touren | 10 Touren |
|---|---|---|---|
| xRouten | 25 € | 25 € | 25 € |
| OptimoRoute (Pro-Plan) | 40 € | ca. 202 € | ca. 400 € |
| RouteXL | 35–70 € (je nach Stopp-Tarif) | 35–70 €, aber ohne Fahrerzuweisung/-app | 35–70 €, aber ohne Fahrerzuweisung/-app |
| MyRouteOnline | ab 49 € | ab 49 € | ab 99 € |
Bei OptimoRoute wird pro Fahrer bzw. pro Tour abgerechnet. Was bei einer einzelnen Tour mit rund 40 € pro Monat noch günstig wirkt, summiert sich bei mehreren Touren schnell: Bei fünf gleichzeitigen Touren liegt man bereits bei rund 202 € im Monat, bei zehn Touren landet man bei ungefähr 400 €. Je mehr Touren gleichzeitig laufen, desto stärker schlägt das Preismodell also durch.
RouteXL kann über die Funktion "Mehrere Runden" zwar auch mehrere Touren für verschiedene Fahrer, Fahrzeuge oder Tage gleichzeitig berechnen, der Preis bleibt dabei im Rahmen des jeweiligen Stopp-Tarifs. Der Haken: Es gibt keine Fahrer-App, keine Fahrerzuweisung und kein Live-Tracking, sodass die berechneten Touren zwar existieren, aber im Alltag nicht wirklich verwaltet oder an Fahrer verteilt werden können.
Bei MyRouteOnline hängt der Preis nicht direkt an der Anzahl der Touren, sondern an den verbrauchten Adress-Credits. Bereits der Classic-Tarif ab 49 € erlaubt mehrere Nutzer, das würde also für 1 oder auch 5 Touren grundsätzlich schon reichen. Erst wenn wirklich unbegrenzt viele Nutzer gebraucht werden, etwa bei 10 gleichzeitigen Touren, wird der Premium-Tarif ab 99 € relevant.
Bei xRouten bleibt der Preis unabhängig von der Anzahl der Touren bei 25 € im Monat. Ob eine einzelne Tour oder zehn Touren gleichzeitig geplant werden, spielt für die Kosten der Tourenplanung keine Rolle.
Die Tabelle zeigt damit einen Punkt, den viele beim ersten Preisvergleich übersehen: Sobald nicht mehr nur die Anzahl der Adressen, sondern die Anzahl der gleichzeitig geplanten Touren zählt, wird es bei OptimoRoute extrem teuer. Bei RouteXL fehlen hingegen die Werkzeuge, um mehrere Touren wirklich zu managen. Bei xRouten bleiben die Kosten dagegen immer bei 25 €.
Welcher Routenplaner passt zu meinem Betrieb?

Vor der Entscheidung lohnt sich ein realistischer Blick auf die eigene Flottengröße. Dabei sollten nicht nur die aktuell eingesetzten Fahrzeuge und Fahrer berücksichtigt werden, sondern auch die mögliche Entwicklung in den kommenden zwölf Monaten. Ebenso wichtig ist die tatsächliche Anzahl der Stopps pro Route. Nur so lässt sich einschätzen, ob ein kostenloser Tarif mit Stopp Limit dauerhaft ausreicht oder ein kostenpflichtiges Modell von Anfang an die wirtschaftlichere Wahl ist.
Auch die Branche macht einen Unterschied. Ein Lieferant, der jeden Tag andere Adressen anfährt, braucht etwas anderes als ein Außendienst- oder Servicemitarbeiter, der überwiegend feste Kunden besucht. Kuriere mit hohem Zeitdruck profitieren besonders von einer schnellen, sofort einsatzbereiten Lösung mit klaren Zeitfenstern, während Prospektverteiler eher auf möglichst viele Adressen und eine simple Kostenstruktur achten sollten.
Die kostenlose Testphase, die fast jeder Anbieter anbietet, sollte man wirklich nutzen, am besten mit den eigenen Adressdaten. Nur so sieht man, wie viel Zeit sich im eigenen Betrieb tatsächlich sparen lässt. Werbeversprechen sagen darüber wenig aus.
Beim Preisvergleich zählen am Ende die Gesamtkosten, nicht der Einstiegspreis. Zusatzgebühren für die mobile App, SMS, API-Zugriff oder Zustellnachweis können einen auf den ersten Blick günstigen Tarif ganz schön verteuern. Und wo Preise nicht öffentlich stehen, lohnt es sich, frühzeitig ein konkretes Angebot einzuholen, statt auf Basis vager Angaben zu vergleichen.
Fazit: Welche Routenoptimierungssoftware ist die günstigste?
Die eine günstigste Lösung gibt es nicht, da die passende Wahl stark von der Flottengröße, der Anzahl der Stopps und dem jeweiligen Nutzungsmuster abhängt.
Wer ohne laufende Kosten starten möchte, ist mit RouteXL und dem dauerhaft kostenlosen Tarif für bis zu 20 Stopps gut beraten. Sobald mehrere Fahrzeuge eingesetzt und mobile Funktionen benötigt werden, bietet xRouten mit seiner festen Flatrate häufig das beste Preis-Leistungs-Verhältnis. Die Kosten bleiben unabhängig von der Anzahl der geplanten Routen kalkulierbar, was besonders bei wachsendem Volumen von Vorteil ist.
OptimoRoute eignet sich vor allem für Betriebe, die eine technisch ausgereifte und international etablierte Lösung suchen und eine Abrechnung pro Fahrer bevorzugen. MyRouteOnline kann dagegen für Unternehmen mit vielen wiederkehrenden Adressen und mehreren Nutzern interessant sein, da erneut verwendete Adressen innerhalb eines bestimmten Zeitraums keine zusätzlichen Credits verbrauchen.
Neben Preismodell und Funktionsumfang lohnt sich auch ein Blick auf die Sprache der Anwendung und des Supports. RouteXL und MyRouteOnline sind primär englischsprachig ausgelegt, was für international tätige Betriebe kein Problem sein muss, für rein deutschsprachige Teams im Alltag aber zu Reibung führen kann, etwa wenn Fahrer die mobile App bedienen oder bei Rückfragen der Support kontaktiert wird. xRouten und OptimoRoute bieten dagegen eine deutschsprachige Oberfläche, wobei xRouten als deutsches Unternehmen zusätzlich auch den Support auf Deutsch anbietet. Wer viel mit fremdsprachigem Fahrpersonal arbeitet, sollte umgekehrt prüfen, ob die App auch in den jeweiligen Landessprachen der Fahrer verfügbar ist.
Vor der endgültigen Entscheidung empfiehlt sich ein Test mit den eigenen Adressdaten. So lässt sich am zuverlässigsten feststellen, welche Lösung zu den betrieblichen Anforderungen passt und tatsächlich Zeit sowie Kosten einspart. Die meisten Anbieter stellen dafür eine kostenlose Testphase zur Verfügung.
Wer noch unsicher ist, welche Lösung am besten zu den eigenen Anforderungen passt, findet im Vergleich der besten Tourenplanung Software für kleine Unternehmen weitere Entscheidungshilfen und einen ausführlichen Funktionsvergleich.
Häufige Fragen zur Tourenplanung
Gibt es kostenlose Tourenplaner mit Optimierungsfunktion?
Ja. RouteXL bietet mit RouteXL 20 einen dauerhaft kostenlosen Tarif für Routen mit bis zu 20 Stopps. Im Rahmen der Fair-Use-Regelung kann man damit unbegrenzt viele Routen pro Tag planen und optimieren.
Was kostet ein Tourenplaner im Schnitt?
Das reicht von 0 € bei den kostenlosen Basistarifen bis über 700 € im Monat für größere Flotten. Kleine und mittlere Betriebe sollten realistisch mit etwa 25 bis 200 € monatlich rechnen. Wie viel es am Ende wird, hängt vor allem von der Anzahl der Fahrzeuge, dem Abrechnungsmodell und den benötigten Zusatzfunktionen ab.
Lohnt sich ein Tourenplaner für kleine Unternehmen?
Ja, oft schon bei wenigen täglichen Stopps. Schon kleine Einsparungen bei Fahrzeit und Strecke reichen meist aus, damit sich die monatlichen Kosten schnell amortisieren. Die kostenlosen Testphasen eignen sich gut, um das vorab mit den eigenen Adressdaten zu prüfen.
Was ist eigentlich der Unterschied zwischen einem Routenplaner und Google Maps für die Zeitplanung?
Google Maps funktioniert gut für einzelne Strecken, stößt aber bei mehreren Stopps, mehreren Fahrzeugen oder festen Zeitfenstern schnell an seine Grenzen. Ein spezialisierter Routenplaner berechnet dagegen automatisch die beste Route für viele Zwischenziele, berücksichtigt Ankunfts- und Abfahrtszeiten für eine verlässliche Planung sowie Fahrzeugkapazitäten und lässt sich direkt an CRM- oder ERP-Systeme anbinden.
Was ist die beste Routenoptimierungssoftware für kleine Unternehmen?
Kommt ganz auf die eigene Betriebsgröße und Stoppzahl an. Für sehr kleine Touren unter 20 Stopps ist RouteXL mit seinem kostenlosen Tarif meist die günstigste Wahl. Sobald mehrere Fahrzeuge oder eine mobile App gebraucht werden, bietet xRouten mit seiner festen Flatrate meist das beste Verhältnis von Preis zu Leistung. OptimoRoute und MyRouteOnline können je nach Nutzungsmuster aber genauso gute Alternativen sein.
Wie berechnet eine Routenoptimierungssoftware eigentlich die beste Route?
Im Kern lösen Tourenplaner eine Variante des sogenannten Vehicle Routing Problem, eine Erweiterung des klassischen Problems des Handlungsreisenden auf mehrere Fahrzeuge. Alle Zieladressen werden geokodiert, auf der Karte platziert und anschließend so angeordnet, dass Fahrzeit und Distanz zwischen den Stopps möglichst gering bleiben, unter Berücksichtigung von Zeitfenstern, Kapazitäten und weiteren Vorgaben.
Können Tourenplaner beliebig viele Adressen verarbeiten?
Kommt auf den Tarif an. Kostenlose Angebote wie RouteXL 20 sind auf 20 Stopps pro Route begrenzt, höhere Tarife erlauben deutlich mehr. Bei Anbietern wie xRouten oder OptimoRoute sind in den bezahlten Tarifen dagegen unbegrenzt viele Adressen bzw. Aufträge pro Fahrer möglich, ganz ohne separates Stopp-Limit pro Route.
Wie bekomme ich viele Adressen in einen Tourenplaner?
Bei den meisten Anbietern reicht der Import einer Adressliste als Excel- oder CSV-Datei, teils sogar direkt aus Google Drive oder Dropbox. So steht eine komplette Tourenplanung in wenigen Minuten, statt jede Adresse einzeln von Hand einzutippen.
Was ist Multiroute-Planung und wann brauche ich sie?
Multiroute-Planung bedeutet, dass mehrere Routen für verschiedene Fahrzeuge oder Fahrer gleichzeitig optimiert werden. Statt jede Tour einzeln zu berechnen, verteilt die Software alle Stopps automatisch so auf die Flotte, dass die Gesamtfahrzeit möglichst gering bleibt. Sinnvoll ist das ab zwei Fahrzeugen, die am selben Tag unterschiedliche Touren fahren.
Wie funktioniert die Zeitplanung mit Zeitfenstern in einem Routenplaner?
Man legt für jede Adresse fest, zu welcher Ankunfts- oder Abfahrtszeit ein Kunde beliefert oder besucht werden darf. Die Software berücksichtigt diese Vorgaben automatisch bei der Berechnung der Route, sodass Fahrer weder zu früh noch zu spät ankommen und Wartezeiten vor Ort möglichst gering bleiben.
Kann ich fertige Routen exportieren?
Ja, die meisten Tourenplaner exportieren optimierte Touren in verschiedenen Formaten, für gängige Navigationsgeräte, als Kalenderdatei oder als Excel-Tabelle zur weiteren Bearbeitung. Manche bieten zusätzlich eine direkte API-Anbindung, über die Routen automatisch aktualisiert und an andere Systeme weitergegeben werden.
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