RustGIS für Kommunen: Kostenloses GIS im Browser für Bäume, Spielplätze und Brücken (2026)

RustGIS für Kommunen: Kostenloses GIS im Browser für Bäume, Spielplätze und Brücken (2026)

In vielen Bauhöfen liegt das Baumkataster in einer QGIS-Datei, die genau eine Person bedienen kann. Fällt diese Person aus, bleibt die Karte zu. RustGIS ist ein neues, kostenloses GIS, das sich direkt im Browser öffnen lässt und GeoJSON, Shapefile und GeoPackage ohne Installation liest. Hier lesen Sie, was RustGIS für kommunale Aufgaben taugt, wo QGIS weiterhin besser ist und wie aus der Karte am Ende eine gefahrene und dokumentierte Tour wird.

RustGIS für Kommunen: Web-App mit Baumkataster als Punktlayer im Browser

Kurz zusammengefasst

  • RustGIS ist ein freies Open-Source-GIS (Lizenz Apache-2.0), geschrieben in Rust. Es läuft unter Windows, macOS und Linux und als Web-App unter web.rustgis.app, ohne Installation.

  • Für Kommunen ist es vor allem dann interessant, wenn Kolleginnen und Kollegen ohne GIS-Ausbildung Kataster ansehen, filtern und als Karte oder PDF ausgeben sollen.

  • QGIS bleibt stärker bei Koordinatensystemen, Datenbankbearbeitung, Kartografie, Plugins und mobiler Erfassung (QField, Mergin Maps). Das sagt das RustGIS-Projekt selbst.

  • RustGIS hat keine mobile App. Für Winterdienst, Straßenreinigung oder Baumbewässerung brauchen Sie danach ein Werkzeug, das Touren plant, Fahrer navigiert und Arbeit nachweist.

  • Diese Lücke schließt ein Tourenplaner mit Dokumentation wie xRouten: GeoJSON- oder KML-Daten aus dem GIS importieren, Touren optimieren, in der App fahren, mit Foto, Zeitstempel und GPS-Spur nachweisen.

RustGISQGISArcGIS ProxRouten
WofürKataster ansehen, bearbeiten, analysierenVollwertiges Desktop-GISKommerzielles Desktop-GISTouren planen, fahren, dokumentieren
PreisKostenlosKostenlosKostenpflichtige Lizenz (Preis bei Esri)Ab 25 € pro Monat (jährlich, zzgl. MwSt.), App ab 10 € pro Zugang
Im Browser ohne InstallationJa (web.rustgis.app)NeinNein (ArcGIS Online ist ein separates Produkt)Ja, plus App für Handy und Tablet
Mobile FeldarbeitNeinÜber QField, Mergin MapsÜber Esri-AppsJa, mit Navigation und Nachweisen
TourenoptimierungNeinNur über Plugins, kein Fahrer-WorkflowÜber ZusatzerweiterungenJa, inkl. Zeitfenstern und Kapazitäten
AustauschformateGeoJSON, KML, KMZ, GPX, Shapefile, GeoPackage u. a.Nahezu alle GDAL-FormateSehr vieleImport GeoJSON, KML, KMZ, Excel, CSV
Schnittstellen für KI-AgentenMCP-ServerÜber PluginsÜber Esri-WerkzeugeAPI und MCP

Stand der Angaben: Oktober 2026, geprüft auf rustgis.app, xrouten.de/preise und den Herstellerseiten.

Was ist RustGIS?

RustGIS ist ein kostenloses Open-Source-Geoinformationssystem (GIS), das als Desktop-Programm und als Web-App im Browser läuft und Geodaten lokal auf Ihrem Rechner verarbeitet. Entwickelt wird es im Projekt opengeos von Qiusheng Wu, die erste Version erschien 2026. Der Quellcode liegt auf GitHub unter der Lizenz Apache-2.0.

Ein GIS ist, kurz gesagt, eine Software, die Daten mit einem Ort verknüpft. Jeder Baum hat eine Koordinate und dazu Attribute wie Art, Pflanzjahr, Stammumfang und letzte Kontrolle. Jeder Spielplatz ist eine Fläche mit Geräten, Prüfintervallen und Zuständigkeit. Das GIS zeigt diese Daten auf der Karte, lässt Sie filtern und rechnet damit.

Was RustGIS von älteren GIS unterscheidet, sind drei Punkte:

  1. Es läuft im Browser. Unter web.rustgis.app öffnen Sie das Programm in einem Browser-Tab. Laut Dokumentation werden lokale Dateien auf Ihrem Rechner verarbeitet, nicht auf einem fremden Server.

  2. Es ist ein einzelnes Programm. Die Desktop-Version bringt laut Projekt kein Python, Qt oder GDAL mit. Unter Windows gibt es einen Installer, der ohne Administratorrechte installiert, und ein MSI-Paket für die zentrale Verteilung durch die IT.

  3. Jede Aktion ist ein Befehl. Was Sie im Menüband anklicken, läuft intern als Befehl mit Parametern. Diese Befehle lassen sich über die Kommandozeile, Python, einen eingebauten KI-Assistenten oder einen MCP-Server von außen steuern.

Die Oberfläche ist ein Menüband mit Reitern in der Reihenfolge der Arbeit: Home, Data, Style, Labeling, Edit, Analyze, View, Publish. Wer aus Office-Programmen kommt, findet sich damit oft schneller zurecht als in den vielen Werkzeugleisten von QGIS.

Warum tun sich Kommunen mit klassischem GIS so schwer?

Das Problem ist selten die Software selbst. QGIS ist ausgereift, kostenlos und kann fast alles. Das Problem ist der Weg dorthin.

Ein klassisches Desktop-GIS muss installiert werden, und in vielen Verwaltungen heißt das: Ticket an die IT, Freigabe, Paketierung, Updates. Danach braucht es jemanden, der Projekte, Layer, Koordinatensysteme und Stile versteht. In kleineren Gemeinden ist das oft eine einzige Person, im Bauamt oder im Bauhof.

Das führt zu einem bekannten Muster:

  • Das Baumkataster liegt als QGIS-Projekt auf einem Netzlaufwerk.

  • Der Spielplatzkontrolleur druckt sich Listen aus, weil er das Projekt nicht öffnen kann.

  • Für den Winterdienst werden Streustrecken auf Papierkarten mit Textmarker eingezeichnet.

  • Wer wissen will, welche Brücke wann geprüft wurde, fragt im Büro nach.

Beim Bauhof Öhringen war das ähnlich. Laut unserer Referenz zur Stadt Öhringen arbeitete der Bauhof vorher mit Excel und QGIS, und die Winterdienst-Touren wurden auf großen Papierkarten geplant. Wer nachts eine fremde Tour fahren musste, faltete die Karte mit nassen Handschuhen auseinander.

Die Daten waren also vorhanden. Sie kamen nur nicht dort an, wo gearbeitet wird.

Welche kommunalen Aufgaben lassen sich mit RustGIS abbilden?

Für die meisten Kataster in einer Kommune reicht ein GIS, das Punkte, Linien und Flächen mit Attributen verwalten, filtern und darstellen kann. Das kann RustGIS. Hier die typischen Anwendungsfälle:

Baumkataster: Wie verwalten Sie Straßenbäume in RustGIS?

Jeder Baum ist ein Punkt mit Attributen: Baumnummer, Art, Pflanzjahr, Kronendurchmesser, Zustand, Datum der letzten Regelkontrolle. In RustGIS können Sie diesen Layer zum Beispiel nach Zustand einfärben (Unique Values) oder nach Alter abstufen (Graduated Colors).

Über „Select By Attributes" filtern Sie mit einer einfachen Bedingung, etwa alle Bäume, deren letzte Kontrolle länger als zwölf Monate zurückliegt. Die Auswahl ist in Karte und Tabelle synchron. Das Ergebnis exportieren Sie als GeoJSON, CSV oder KML.

Wenn Sie tiefer in Baumkataster-Software einsteigen wollen, finden Sie im Artikel Baumkataster Software einen Vergleich spezialisierter Lösungen.

Spielplatzkataster: Wie planen Sie Kontrollen nach DIN EN 1176?

Spielplätze sind Flächen, die Geräte darauf Punkte. Für die Kontrollplanung brauchen Sie vor allem eine saubere Liste: welcher Spielplatz, welche Geräte, welches Intervall, wann zuletzt geprüft. In RustGIS pflegen Sie diese Attribute, filtern fällige Kontrollen und geben eine Karte als PDF aus.

Was RustGIS nicht macht: die Kontrolle vor Ort erfassen. Dafür fehlt eine mobile App. Mehr dazu weiter unten.

Brücken und Bauwerke: Reicht RustGIS für die Bauwerksprüfung?

Für die Übersicht ja. Brücken, Durchlässe, Stützmauern und Lärmschutzwände lassen sich als Punkte oder Linien mit Prüfdaten führen. Die eigentliche Bauwerksprüfung nach DIN 1076 läuft in Kommunen meist über Fachsoftware, die Schadensbewertungen und Prüfberichte verwaltet. RustGIS ersetzt diese Fachsoftware nicht. Es kann aber die Karte sein, auf der alle Bauwerke mit ihrem nächsten Prüftermin sichtbar sind.

Straßenreinigung, Winterdienst, Grünpflege: Welche Rolle spielt das GIS?

Hier liefert das GIS die Grundlage: welche Straßen in welcher Reinigungsklasse liegen, welche Abschnitte zur Streupflicht gehören, welche Grünflächen wie oft gemäht werden. In RustGIS zeichnen Sie solche Linien und Flächen ein, verschneiden sie mit Bezirken oder puffern Schulwege.

Gefahren wird damit aber noch nichts. Das GIS weiß, <i>was</i> zu tun ist. Es weiß nicht, <i>wer</i> es <i>wann</i> in welcher <i>Reihenfolge</i> macht.

Workflow für Kommunen vom GIS-Kataster in RustGIS oder QGIS zur dokumentierten Tour mit xRouten

RustGIS oder QGIS: Was ist für Kommunen besser?

Die ehrliche Antwort: Für die GIS-Fachkraft bleibt QGIS meist das Hauptwerkzeug. Für alle anderen kann RustGIS der einfachere Zugang sein. Das RustGIS-Projekt schreibt auf seiner Vergleichsseite selbst, dass es kein QGIS-Ersatz sein will. Das ist ungewöhnlich ehrlich, und es passt zu dem, was wir beim Ausprobieren gesehen haben.

Wo ist RustGIS stärker als QGIS?

PunktRustGISQGIS
InstallationEinfach im Browser öffnenInstaller bringt Python, Qt, GDAL, GRASS und mehr mit
Browser-VersionJa, web.rustgis.appKeine offizielle Browser-Version
BedienungMenüband in Arbeitsreihenfolge, Befehlssuche mit Strg+KWerkzeugleisten und Panels, sehr mächtig, aber unübersichtlich für Gelegenheitsnutzer
AutomatisierungJede Menüaktion als Befehl, per CLI, Python, MCPVerarbeitung über qgis_process und PyQGIS
KIEingebauter Assistent mit eigenem API-Schlüssel, MCP-ServerÜber Plugins von Drittanbietern
LizenzApache-2.0GPL-2.0 oder später

Für eine Verwaltung ist vor allem die erste Zeile relevant. Eine Software, die ohne Adminrechte oder ganz ohne Installation im Browser läuft, kommt deutlich schneller beim Kollegen im Bauhof an.

Wo ist QGIS stärker als RustGIS?

Laut RustGIS-Dokumentation in diesen Punkten:

  • Koordinatensysteme: QGIS nutzt PROJ vollständig, inklusive Datumstransformationen und Gitterdateien. RustGIS speichert Vektordaten intern als WGS 84 und reicht für Kartierung und die meisten Analysen, aber nicht für vermessungsgenaue Arbeit in einem lokalen Bezugssystem. Wer mit ETRS89/UTM-Daten aus dem Liegenschaftskataster präzise arbeiten muss, bleibt bei QGIS.

  • Datenbanken: QGIS bearbeitet Daten direkt in PostGIS. RustGIS liest PostGIS, MySQL und SQL Server nur, und nur in der Desktop-Version. Änderungen werden nicht in die Datenbank zurückgeschrieben.

  • Bearbeitungswerkzeuge: QGIS hat topologisches Editieren, Geometrieprüfungen und fortgeschrittenes Digitalisieren. RustGIS beherrscht die Grundlagen mit Fangen und Vorlagen.

  • Kartografie und Druck: Regelbasierte Darstellung, datendefinierte Stile und der Atlas-Druck in QGIS sind deutlich ausgereifter.

  • Feldarbeit: QGIS hat mit QField und Mergin Maps mobile Begleiter. RustGIS hat weder eine mobile App noch einen Server.

  • Reife: QGIS hat zwei Jahrzehnte Entwicklung, Schulungen, Bücher und kommerziellen Support. RustGIS ist 2026 erschienen, viele Funktionen sind erste Versionen.

Unsere Empfehlung

Wenn in Ihrer Kommune eine GIS-Fachkraft mit QGIS arbeitet, ersetzen Sie das nicht. Nutzen Sie RustGIS als Zugang für alle, die Kataster nur ansehen, filtern und als Karte ausgeben müssen. Beide Programme lesen und schreiben dieselben offenen Formate, GeoJSON und GeoPackage etwa, also gibt es keinen Bruch.

Wenn Ihre Kommune bisher gar kein GIS nutzt und die Daten in Excel liegen, ist RustGIS im Browser ein sehr niedriger Einstieg. Sie können eine CSV-Datei mit Koordinatenspalten direkt laden und sehen sofort Ihre Bäume oder Spielplätze auf der Karte.

Was kostet ein GIS für Kommunen?

LösungLizenzkostenWas zusätzlich anfällt
RustGIS0 € (Apache-2.0)Einarbeitung, Datenpflege
QGIS0 € (GPL)Einarbeitung, oft externe Schulung oder Support
ArcGIS Pro / ArcGIS OnlineKostenpflichtig, Preise auf Anfrage bzw. im Esri-ShopLizenzverwaltung, Schulung
Fachverfahren (z. B. Baumkataster-Software)Je nach AnbieterOft Wartungsvertrag

Die Lizenz ist bei RustGIS und QGIS also nicht der Kostenfaktor. Teuer wird die Zeit: wer die Daten pflegt, wer Karten erstellt, wer aus den Daten Arbeitsaufträge macht.

Ein Rechenbeispiel (Annahmen, keine gemessenen Werte): Angenommen, eine Mitarbeiterin im Bauhof braucht jede Woche zwei Stunden, um aus dem Baumkataster Listen für die Bewässerungstouren zu erstellen, auszudrucken und nach der Saison die handschriftlichen Notizen wieder einzupflegen. Bei 26 Wochen Bewässerungssaison sind das 52 Stunden im Jahr. Bei angenommenen 40 € Arbeitgeberkosten pro Stunde entspricht das rund 2.080 € pro Saison, nur für das Übertragen von Daten zwischen Karte, Papier und Tabelle.

Wie bekommen Sie Ihre GIS-Daten in RustGIS?

RustGIS liest laut Dokumentation unter anderem diese Formate direkt, auch in der Browser-Version:

  • GeoJSON

  • CSV, TSV und Textdateien mit Koordinatenspalten oder WKT-Geometrie

  • Shapefile, auch gezippt

  • GeoPackage

  • GeoParquet, FlatGeobuf

  • GeoTIFF und Cloud-optimierte GeoTIFF für Luftbilder und Höhenmodelle

Exportieren können Sie Layer als GeoJSON, CSV, GeoPackage, GeoParquet, Shapefile, FlatGeobuf, KML, KMZ und GPX. Im Browser ist der GeoPackage-Export laut Dokumentation nicht verfügbar. Für den Weg in einen Tourenplaner sind GeoJSON und KML die wichtigsten Formate.

So starten Sie in fünf Minuten:

  1. Öffnen Sie web.rustgis.app im Browser.

  2. Ziehen Sie Ihre Datei (z. B. <code>baumkataster.geojson</code> oder eine CSV mit Spalten <code>lat</code> und <code>lon</code>) in das Fenster.

  3. Öffnen Sie die Attributtabelle mit Strg+T.

  4. Färben Sie den Layer unter Style › Symbology nach einem Attribut ein.

  5. Filtern Sie unter Home › Select By Attributes, z. B. alle Bäume eines Stadtteils.

  6. Exportieren Sie die Auswahl über Data › Export als GeoJSON oder KML.

Ein Hinweis zum Datenschutz: Laut RustGIS werden lokale Dateien auf Ihrem Rechner verarbeitet. Web-Datenquellen, KI-Anbieter und Plugins können aber Netzwerkverbindungen aufbauen. Wenn Sie den KI-Assistenten mit einem externen Anbieter nutzen, prüfen Sie vorher mit Ihrer Datenschutzbeauftragten, welche Daten dorthin gehen dürfen.

Was können MCP und KI-Assistent in RustGIS?

MCP (Model Context Protocol) ist ein offener Standard, über den KI-Agenten Programme bedienen. RustGIS bringt einen MCP-Server mit (<code>rustgis-cli mcp</code>). Damit kann ein Agent wie Claude Code, Cursor, VS Code oder Codex Daten öffnen, Geoverarbeitung ausführen, Attributtabellen lesen und die Karte als Bild ansehen.

Für eine Kommune heißt das praktisch: Eine Frage wie „Zeig mir alle Spielplätze im Umkreis von 300 Metern um Grundschulen, deren letzte Kontrolle älter als drei Monate ist" kann ein Agent in RustGIS-Befehle übersetzen. Datei-, Netzwerk- und Plugin-Aktionen muss der Nutzer laut Dokumentation vorher freigeben.

Ob Ihre Verwaltung KI-Agenten auf Kataster loslassen möchte, ist eine organisatorische Frage. Technisch ist die Tür offen.

Was passiert nach der Planung? Warum ein GIS keine Tour fährt

Hier kommen wir zum Punkt, an dem viele Kommunen hängen bleiben. Das Kataster ist sauber gepflegt, die Karte sieht gut aus. Aber am nächsten Morgen muss jemand mit dem Gießfahrzeug 140 Bäume anfahren, und zwar in einer sinnvollen Reihenfolge, mit Navigation, und am Ende muss dokumentiert sein, welcher Baum wann wie viel Wasser bekommen hat.

Ein GIS ist dafür nicht gebaut. RustGIS hat keine mobile App. QField kann Daten im Feld erfassen, plant aber keine optimierte Tour und navigiert nicht von Baum zu Baum.

Was zwischen Kataster und erledigter Arbeit fehlt, sind vier Schritte:

  1. Touren bilden: Welche Objekte gehören heute zu welchem Fahrzeug?

  2. Reihenfolge optimieren: In welcher Reihenfolge fährt das Fahrzeug die Objekte an?

  3. Fahren: Wie kommt der Fahrer, auch ein neuer Kollege, ohne Ortskenntnis ans Ziel?

  4. Nachweisen: Wer war wann wo, mit Foto, Unterschrift oder Checkliste?

Genau das ist die Aufgabe eines Tourenplaners mit digitaler Dokumentation. Typische kommunale Anwendungen:

  • Winterdienst: Streu- und Räumtouren nach Dringlichkeitsstufen, GPS-Aufzeichnung als Nachweis bei Haftungsfragen. Mehr unter Winterdienst.

  • Straßenreinigung: Kehrtouren nach Reinigungsklassen, Nachweis der gereinigten Abschnitte. Mehr unter Straßenreinigung.

  • Baumbewässerung: Gießtouren aus dem Baumkataster, Nachweis pro Baum. Mehr unter Baumbewässerung.

  • Kontrollfahrten: Spielplatzkontrollen, Brückensichtprüfungen, Papierkorbleerung.

Optimierte Baumbewässerungstour in xRouten aus importierten GIS-Daten von RustGIS

Wie passen RustGIS und xRouten zusammen?

Kurz: RustGIS (oder QGIS) verwaltet das Kataster, xRouten macht daraus Touren und Nachweise. Die Verbindung sind offene Formate und Schnittstellen.

Import aus dem GIS

xRouten importiert Zeichnungen, also Flächen und Linien, als GeoJSON, KML und KMZ. Wie das geht, steht in der Anleitung Flächen und Linien einzeichnen. Einzelne Ziele wie Bäume, Spielplätze oder Brücken importieren Sie als Excel- oder CSV-Tabelle, die Spalten werden automatisch erkannt. Eigene Felder wie Baumnummer oder Prüfintervall legen Sie als benutzerdefinierte Spalten an, siehe Ziele importieren.

Der Weg aus RustGIS ist damit kurz: Auswahl filtern, als GeoJSON oder KML exportieren (für Flächen und Linien) oder als CSV (für Objekte als Ziele), in xRouten importieren.

Planen und optimieren

In xRouten lassen sich Touren automatisch optimieren, auch 300 Adressen auf mehrere Touren verteilt. Dabei berücksichtigt die Optimierung Zeitfenster, Mengen und Kapazitäten (etwa das Fassungsvermögen eines Gießwagens) sowie Fahrzeugprofile. Strecken wie Autobahnen lassen sich ausschließen. Wie die Optimierung funktioniert, erklärt die Anleitung Route optimieren.

Für Winterdienst und Straßenreinigung, wo es weniger um Einzelziele als um Streckenabschnitte geht, zeichnen Sie Linien direkt auf der Karte ein oder importieren sie aus dem GIS. Die Länge wird in Metern berechnet, Flächen in Quadratmetern.

Fahren mit der App

Die Fahrer nutzen die xRouten-App auf Handy oder Tablet. Sie sehen ihre Tour, die eingezeichneten Flächen und Linien, Notizen zu jedem Ziel und haben die Navigation mit Stauumfahrung direkt in der App. In Öhringen war das laut Bauhof der entscheidende Unterschied: Die Tour liegt auf dem Tablet, nicht auf einer Papierkarte im Führerhaus.

Dokumentieren

Nachweise entstehen in der App, mit Foto, Unterschrift, Checkliste und Zeitstempel, auf Wunsch automatisch per Geofencing. Die gefahrene Strecke wird aufgezeichnet und bleibt abrufbar. Matthias Schönpflug vom Bauhof Öhringen sagt dazu: „Im Versicherungsfall kann ich auch Jahre später noch sehen, welches Fahrzeug wann vor Ort war." Nachweise exportieren Sie als PDF oder Excel, siehe Nachweise exportieren.

API und MCP

Wie RustGIS hat auch xRouten eine API und einen MCP-Server. Damit lassen sich beide Systeme automatisiert verbinden: Ein KI-Agent kann in RustGIS die fälligen Spielplatzkontrollen ermitteln und daraus in xRouten eine Tour anlegen. Der API-Zugriff ist laut Preisseite im Routenplaner-Tarif enthalten.

Was xRouten nicht ist

Damit es keine Missverständnisse gibt: xRouten ist kein GIS. Sie können damit keine Pufferanalysen rechnen, keine Koordinatensysteme transformieren und keine Kataster mit Topologieprüfung pflegen. Dafür bleiben RustGIS oder QGIS zuständig. xRouten ist auch kein Fachverfahren für die Bauwerksprüfung nach DIN 1076. Es ist das Werkzeug für den Teil, der draußen passiert.

Für welche Kommunen lohnt sich die Kombination?

SituationEmpfehlung
Keine GIS-Kenntnisse, Daten in ExcelRustGIS im Browser zum Ansehen, xRouten für Touren und Nachweise
Eine GIS-Fachkraft mit QGIS, Rest ohne ZugangQGIS bleibt, RustGIS als einfacher Zugang für Kollegen, xRouten für den Außendienst
Vermessungsgenaue Daten, PostGIS-DatenbankQGIS bleibt Hauptwerkzeug, Export nach xRouten über GeoJSON oder KML
Winterdienst mit HaftungsrisikoTouren in xRouten mit GPS-Aufzeichnung, Grundlagen aus dem GIS
Kein Tourenbedarf, nur KatasterRustGIS oder QGIS reicht

xRouten ist laut Preisseite für Betriebe mit 2 bis 30 Fahrzeugen gebaut. Das passt zu den meisten Bauhöfen kleiner und mittlerer Kommunen. Die Daten liegen auf Servern in Frankfurt am Main, einen Auftragsverarbeitungsvertrag nach Art. 28 DSGVO stellen wir zur Verfügung, und xRouten lässt sich ohne Namen oder E-Mail-Adressen der Fahrer nutzen. Für Personalräte ist außerdem relevant: GPS-Live-Tracking lässt sich deaktivieren.

Welche Fehler sollten Sie bei GIS und Tourenplanung vermeiden?

Das GIS zum Tourenplaner machen wollen. Mit Plugins lassen sich in QGIS kürzeste Wege rechnen. Ein Fahrer-Workflow mit Navigation, Nachweis und Statusmeldung an das Büro entsteht daraus nicht.

Daten doppelt pflegen. Wenn der Baum im GIS und im Tourenplaner unterschiedliche Nummern hat, stimmen nach einer Saison beide nicht mehr. Legen Sie eine eindeutige ID fest (z. B. die Baumnummer) und importieren Sie sie als benutzerdefiniertes Feld.

Auf Papier dokumentieren und später abtippen. Jeder Medienbruch kostet Zeit und erzeugt Fehler. Das Rechenbeispiel oben zeigt, wie schnell sich das summiert.

Koordinatensysteme ignorieren. Viele kommunale Daten liegen in ETRS89/UTM. Für den Export in einen Tourenplaner sind WGS 84-Koordinaten (Längen- und Breitengrad) Standard. RustGIS schreibt GeoJSON immer in WGS 84. Wenn Sie Koordinaten umrechnen müssen, hilft unser Artikel UTM-Koordinaten umrechnen.

Neue Software ohne Pilot einführen. Testen Sie mit einer einzigen Tour, z. B. der Bewässerung eines Stadtteils, bevor Sie alle Bereiche umstellen.

So starten Sie in drei Schritten

  1. Kataster sichtbar machen: Öffnen Sie web.rustgis.app und laden Sie eine vorhandene Datei, z. B. das Baumkataster als GeoJSON oder eine Excel-Liste als CSV mit Koordinaten.

  2. Eine Tour auswählen: Filtern Sie die Objekte für eine konkrete Aufgabe, etwa alle Jungbäume unter fünf Jahren für die Bewässerung, und exportieren Sie sie als CSV oder GeoJSON.

  3. Tour fahren und dokumentieren: Importieren Sie die Datei in xRouten, optimieren Sie die Reihenfolge und schicken Sie die Tour an die App. Nach der ersten Woche sehen Sie in den Nachweisen, welcher Baum wann gegossen wurde.

Wie andere Kommunen und Betriebe das umgesetzt haben, lesen Sie in unseren Referenzen. Weitere Artikel zu Tourenplanung und Dokumentation finden Sie im xRouten Blog, und eine Übersicht für Bauhöfe auf unserer Seite für kommunale Dienste.

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Häufige Fragen zu RustGIS für Kommunen

Ist RustGIS kostenlos?

Ja. RustGIS ist Open Source unter der Lizenz Apache-2.0 und kostet nichts, weder die Desktop-Version noch die Web-App unter web.rustgis.app. Kosten entstehen nur, wenn Sie den KI-Assistenten mit einem kostenpflichtigen KI-Anbieter und eigenem API-Schlüssel nutzen.

Kann RustGIS QGIS in einer Kommune ersetzen?

Meist nicht vollständig, und das RustGIS-Projekt erhebt diesen Anspruch auch nicht. QGIS ist stärker bei Koordinatensystemen, Datenbankbearbeitung, Kartografie und mobiler Erfassung. RustGIS eignet sich als einfacher Zugang für Kolleginnen und Kollegen, die Kataster ansehen, filtern und als Karte ausgeben müssen.

Muss RustGIS installiert werden?

Nein, nicht zwingend. Die Web-App läuft unter web.rustgis.app direkt im Browser. Für Windows gibt es zusätzlich einen Installer ohne Administratorrechte und ein MSI-Paket für die zentrale Verteilung, außerdem Versionen für macOS und Linux.

Werden meine Daten bei RustGIS im Browser hochgeladen?

Laut RustGIS-Dokumentation werden lokale Dateien auf Ihrem Rechner verarbeitet. Web-Datenquellen, KI-Anbieter und Plugins können jedoch Netzwerkverbindungen nutzen. Klären Sie vor dem Einsatz des KI-Assistenten mit Ihrer Datenschutzbeauftragten, welche Daten an externe Anbieter gehen dürfen.

Welche Dateiformate unterstützt RustGIS?

RustGIS liest unter anderem GeoJSON, CSV mit Koordinaten oder WKT, Shapefile, GeoPackage, GeoParquet, FlatGeobuf und GeoTIFF. Exportieren können Sie unter anderem GeoJSON, CSV, Shapefile, GeoPackage, KML, KMZ und GPX. Im Browser ist der GeoPackage-Export nicht verfügbar.

Hat RustGIS eine mobile App für Arbeiten vor Ort?

Nein. RustGIS hat laut eigener Dokumentation weder eine mobile App noch einen Server. Für die Arbeit vor Ort, also Touren fahren, navigieren und Nachweise erfassen, brauchen Sie ein zusätzliches Werkzeug wie einen Tourenplaner mit Fahrer-App.

Wie bekomme ich Daten aus RustGIS in einen Tourenplaner?

Exportieren Sie Flächen und Linien als GeoJSON oder KML und Einzelobjekte wie Bäume oder Spielplätze als CSV. xRouten importiert GeoJSON, KML und KMZ für Zeichnungen sowie Excel und CSV für Ziele. Eigene Felder wie Baumnummern lassen sich als benutzerdefinierte Spalten mit importieren.

Was kostet xRouten für einen Bauhof?

Der Routenplaner kostet ab 25 € pro Monat bei jährlicher Abrechnung, die mobile App ab 10 € pro Zugang und Monat, jeweils zzgl. MwSt. Zugänge können sich mehrere Mitarbeiter teilen, wenn sie nicht gleichzeitig fahren. Die Testphase dauert 14 Tage, ohne Zahlungsdaten, und endet automatisch.

Eignet sich die Kombination für den Winterdienst?

Ja. Die Streu- und Räumbereiche pflegen Sie im GIS, die Touren planen und fahren Sie in xRouten. Die App zeichnet die gefahrene Strecke mit Zeitstempel auf, sodass Sie bei Haftungsfragen auch Jahre später nachweisen können, welches Fahrzeug wann vor Ort war.

Haben RustGIS und xRouten eine Schnittstelle für KI-Agenten?

Beide bieten einen MCP-Server, über den KI-Agenten die Software bedienen können, und xRouten zusätzlich eine API. So kann ein Agent zum Beispiel fällige Kontrollen in RustGIS ermitteln und daraus eine Tour in xRouten anlegen. Datei- und Netzwerkaktionen in RustGIS müssen vorher freigegeben werden.

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